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Knappe Angrond Korningert

Bruder Angrond Korninger, Knappe vom Orden des Heiligen Golgari und Diener Golgaris

Angrond Korningert wurde am 23. Firun des Jahres 1008 BF als zweites Kind eines Gratenfelser Schreibers geboren. Bereits im Alter von 8 Jahren konnte Angrond die Kusliker Zeichen lesen und schreiben, denn auch, wenn er später nicht den väterlichen Betrieb übernehmen sollte, war es seinen Eltern doch daran gelegen, ihm und den anderen Kindern eine gewisse Bildung zu vermitteln, damit es ihnen später im Leben gut ergehen könne.
Angrond hat vier Geschwister, einen älteren Bruder, sowie eine ältere und eine jüngere Schwester und einen jüngeren Bruder. Die jüngere Schwester, deren Name Alrike war, wurde jedoch als Angrond fünf Jahre alt war von einem tollwütigen Hund getötet, weshalb Angrond diesen Tieren noch heute aus dem Weg geht. Ansonsten hatte Angrond eine schöne Kindheit. Seine Eltern waren zwar recht streng, jedoch kümmerten sie sich auch gut um Angrond und seine Geschwister, mit denen er sich gut verstand. Als Angrond neun Jahre alt war, begann der Krieg im Tobrischen. Glücklicherweise musste kein Mitglied der Familie in den Krieg ziehen, da auch Angronds älterer Bruder noch nicht alt genug war.

Sein Vater wiederum, der eigentlich Schmied werden wollte, hatte in seiner Lehrlingszeit bei einem Arbeitsunfall seine linke Hand verloren, weshalb er den Beruf wechseln musste und Schreiber wurde und zudem nicht wehrfähig war. Dies dauerte ihn sehr, da er es als seine Pflicht ansah, seinem Land in diesen dunklen Stunden zur Seite zu stehen. Schon immer hatte er von den großen Kriegern wie Geron oder Thalionmel geschwärmt, oft hatte er die bekannten Sagen an langen Winterabenden am prasselnden Feuer des Kamins erzählt. Umso frustrierter kehrte er eines Abends von der Kaserne nach Hause zurück, denn dort hatte man ihn nicht haben wollen – wieder einmal bot sich ihm nicht die Chance, seinen Idolen nachzueifern, wie schon kurz nach Angronds Geburt, als die Orken das Mittelreich verwüsteten, hieß es für ihn am Tor der riesigen Festung aus den Tagen des wahnsinnigen Grafen Greifax: „Vielen Dank, dass Ihr Euch einschreiben möchtet, aber Ihre Dienste werden nicht benötigt!“

In Angronds Kopf jedoch hatte sich dank der Erzählungen seines Vaters der Wunsch festgesetzt, selbst einmal einer dieser großen Krieger zu werden, seines Vaters Traum stattdessen wahr werden zu lassen. Nie hatte er seinen Vater so glücklich erlebt wie vor nunmehr zwei Sommern, als Angrond ihm von diesem Wunsch erzählte. Der Besuch einer Kriegerakademie kam natürlich nicht in Frage, denn dies ist den Kindern reicher Eltern vorbehalten. Also entschloss sich Angrond, erstmal der Stadtgarde beizutreten, da er so erst einmal in aller Ruhe das Waffenhandwerk erlernen konnte, ohne gleich auf einem Schlachtfeld stehen zu müssen, und außerdem in der Nähe blieb.
So wäre also Angrond, wenn alles in geordneten Bahnen verlaufen wäre, heute ein Stadtgardist, denn er wurde in die Garde aufgenommen. Aber es verlief nicht alles in geordneten Bahnen.

Gut ein halbes Jahr, nachdem er in die Garde der Stadt Gratenfels eingetreten war, starb urplötzlich Angronds Vater an einem Blutsturz, während die Familie am Frühstückstisch saß. Während er in einem Schwall von Blut seinen Atem ausspie, begann Angronds Mutter, die ihren Mann innig geliebt hatte, hysterisch zu schreien. Nur mit Mühe konnten Angrond und sein Bruder sie daran hindern, sich mit dem scharfen Messer zu entleiben und ihrem geliebten Mann über das Nirgendmeer zu folgen. Schließlich musste sie zu ihrem eigenen Schutz an das Bett gefesselt werden, in welchem sie von nun an allein schlafen sollte, weinte und schrie herzzerreißend. Schließlich klopfte unten der besorgte Nachbar, der alte Seiler Gerbald, an der Tür. Er erfuhr, was geschehen war, und eilte zum Borontempel. Schließlich klopfte es wieder an die Tür, und durch den Schleier der Tränen konnte Angrond drei stille, in schwarze Gewänder gehüllte Männer erkennen: Borongeweihte.
Ohne unnötige Worte zu verlieren, legten zwei von ihnen den Toten in einen Sarg, während der dritte sich Angronds Mutter annahm. Angrond weiß bis heute nicht, was dieser unnahbare Mann dort im elterlichen Schlafzimmer zu seiner Mutter gesagt hat, doch es war ihm gelungen, sie so weit zu beruhigen, dass sie nicht mehr ans Bett gefesselt sein musste und sogar der Beerdigung ihres Gatten zur Boronstunde beiwohnen konnte.

Einige Tage später hatte Angrond, der aufgrund des Todes seines Vaters erst einmal nicht den Dienst bei für seine Stadt erfüllen musste, beschlossen, nur noch einmal zur Garde zu gehen, nämlich, um dort Waffen und Wappenrock abzugeben. Was der Boroni an diesem Vormittag getan hatte, war hatte sein Herz berührt und so traf er den Entschluss, dass er, Angrond Korningert aus Gratenfels, sein Leben künftig dem Gott des Todes widmen wolle. Dem Gott, der Vergessen und Ruhe schenkt. So ging er zum Tempel, berichtete von seinen Gedanken. Man schor Angrond das Haupt, nahm ihm das Gelübde ab, und er kehrte in der grauen Kutte des Novizen in den Tempel ein. Diesmal hatte er sich mit niemandem abgesprochen, er war ganz seinem Herzen gefolgt, und das wies ihm den Weg unter die weiten Schwingen des Raben. So sog er auch die Lehre Borons wie ein Schwamm auf, da er genau wusste, was diejenigen für ihre Mitmenschen zu tun vermochten, die seiner Lehre folgten.

Jedoch erschütterte im Jahr 1028 BF eine unermessliche Katastrophe das Neue Reich. Die Untoten aus den Schwarzen Landen zogen in Scharen vor die Tore Gareths, die Heere der zwölffach verfluchten Heptarchen vernichteten Wehrheim, das stählerne Herz des Reich des Reiches, töteten Reichsregentin, Thronfolgerin und andere Größen. Auch im Kosch, der nur wenige Meilen östlich der heimatlichen Stadttore begann, sollte sich ein unsägliches Monstrum erheben, um den Menschen Tod und Verderben zu bringen. Und wieder einmal wusste Angrond, dass sein Leben einen neuen Wendepunkt erreicht hatte. Zweifelsohne waren seine Aufgaben als Geweihter des Unergründlichen wichtig. Doch konnte er einfach so zusehen, wie die Wolken über Reich und Kirche dunkler und dunkler wurden. Nein.

Lange Nächte lag er auf seiner Pritsche, während die Gedanken, die ihm das Hirn zermarterten, ihn nicht den borongefälligen Schlaf nicht finden ließen. Er überlegte, ob es eine Möglichkeit gäbe, beide Aufgaben gleichsam zu erfüllen, Reich und Kirchen zu beschützen und trotzdem weiterhin sein Gelübde an Boron zu erfüllen. Er fand seine Antwort in Form des Ordens vom Heiligen Golgari, den Krieger im Namen Borons. Ja, im weißen Mantel dieser Ritter konnte er beides tun! Nachdem der Tempelvorsteher zu Gratenfels es ihm genehmigt hatte, schnürte er sein Bündel, um zu den Golgariten zu ziehen und Aufnahme in den Orden zu erbitten.

Aussehen:
Angrond Korningert ist etwa 1,80 Schritt groß und wiegt etwa 75 Stein. Er hat braune, schulterlange, lockige Haare, einen braunen, dünnen Schnurrbart und braune Augen. Auf der rechten Wange hat er eine lange Narbe. Auch ansonsten ist sein Gesicht nicht schön, da seine Augen zu tief in den Höhlen liegen und seine Nase, seit er sie sich bei einem Sturz vom Pferd gebrochen hat, schief ist. Sein Körper ist jedoch muskulös und wohlgeformt. Allerdings ist seine Haut verhältnismäßig bleich.
Alles in allem wirkt Angrond auf andere Leute durch sein Äußeres als eine ernste und nicht sehr sympathische Person.

Charakter:
Angrond ist ein treuer Anhänger des Puniner Ritus, da er überzeugt ist, dass dieser das Leben der Menschen verbessert, und ist neben den Grundsätzen der Golgariten besonders denen der Noioniten zugeneigt. Er hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Mitmenschen und versucht, diesen bei der Lösung von Problemen so gut es geht zu helfen. Eigene Probleme macht er jedoch am liebsten allein aus, da er den anderen nicht damit zur Last fallen möchte. So kommt es, dass Angrond oft sehr ernst und in sich versunken erscheint, weil er wieder einmal ausgiebig über sich selbst und sein Leben nachdenkt. Er plant gerne im Voraus und verlässt sich bei Entscheidungen vor allem auf seinen Kopf. Wenn er jedoch von einer Sache wirklich überzeugt ist, kann er sich auch aus dem Bauch heraus dafür entscheiden, wie bei seinem Beschluss, Borongeweihter zu werden.

Gegenüber anderen Weltanschauungen ist Angrond bemüht, herauszufinden, in wie fern sie den Menschen im Leben helfen, und beurteilt sie danach. Aus diesem Grunde gefallen ihm von den anderen Zwölfgöttern vor allem der Glaube an Travia, Peraine und Ingerimm, während er den Praios- und Phexglauben als für die meisten Menschen weniger hilfreich einstuft. Nichtsdestotrotz achtet er diese Weltanschauungen natürlich. Angrond ist sich sehr stark bewusst, dass seine eigene Meinung nicht wertvoller als die Meinung anderer ist.
Angrond ordnet seine eigenen Interessen den Interessen der Gruppe unter, da er ein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis hat und deshalb keine Konflikte dadurch hervorrufen will, dass er seine eigene Meinung unbedingt durchsetzen möchte.
Angrond ist introvertiert, nicht sehr kontaktfreudig und schließt nicht schnell Freundschaften. Wenn er dann doch jemanden ins Vertrauen zieht, dann wird er ihm ein guter Freund sein. In seiner spärlichen Freizeit, liest oder schreibt Angrond gerne, oder aber reitet durch die Natur, die er sehr liebt. Hierher nimmt er auch gerne ein Musikinstrument, eine Holzflöte, mit, um zu musizieren.

Hierbei kann er sich entspannen, allerdings nur, wenn er weiß, dass sein Musizieren niemanden stört. Auch Leibesertüchtigung absolviert er gerne in der freien Natur, um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden (was Angrond sowieso gerne tut).
Abgeneigt ist Angrond gegenüber Hunden, vor denen er sich seit seiner Kindheit fürchtet. Alkohol verneint er, da er Angronds Meinung nach die Vernunft trübt und die Entscheidungsfindung erschwert. Große Menschenmengen bzw. sehr dicht gedrängten Gruppen machen ihn schnell nervös, was sich während einer Schlacht noch als Nachteil erweisen mag….

In Gesprächen ist Angrond zurückhaltend und höflich. Bei Diskussionen hört er sich oft erst seine Vorredner an, um deren Argumente in die eigene Meinungsbildung einzubeziehen. Die Rethonik, die Kunst Sachverhalte mit möglichst wenigen Worten darzulegen, ist Angronds Meinung nach die höchste Kunst der Gesprächsführung. Bei der Gestaltung seines Lebens hat Angrond gerne klare Richtlinien, an denen er sich orientieren kann. Auch ein geregelter Tagesablauf ist ihm willkommen, während er Überraschungen weniger mag, da sie seine wohlüberlegten Pläne durchkreuzen.


 

Text: Tobias Gehring