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Landmeister Atheran Zobel
Bruder Atheran, Ritter vom Orden
des Heiligen Golgari und Landmeister der Schweigenden Wacht
Als einer
der jüngsten Abgänger verließ der aus einfachem Garether Hause stammende
Atheran im Jahre 2 Hal die Garether Akademie und focht unter Kaiser Hal in
dessen Maraskanfeldzug. Sein großes Vorbild auf diesem Feldzug war Carthen
von Rhoda. Schon während dieser Schlachten, in denen er von Sterben und
Tod umgeben war, fand er seinen tiefen Glauben an den Herrn Boron, der ihn
später nach dem Orkkrieg zu dem Entschluß brachte, den Golgariten
beizutreten und seinen Schwertart zukünftig in die Sache des Glaubens zu
stellen.
Schon kurz
nach seinem Ritterschlag war er im Auftrage des Ordens an der
Niederschlagung des Aufstandes der Rubinbrüder in der garetischen Baronie
Waldfang beteiligt. Umso mehr erschütterte ihn der Umstand, dass es den
Kultisten wenig später während der namenlosen Tage gelang, die Toten jenes
Aufstandes zu unheiligem Leben zu erwecken. In den Stunden tiefster
Einsamkeit sucht er in seinen Erinnerungen nach einer Unaufmerksamkeit, die
er während der Befreiung begangen haben könnte; es plagen ihn Schuldgefühle,
dass es zu dieser Wiederholung des Übels in Waldfang kommen konnte.
Als
schließlich Baronin Tsaburga von Waldfang-Angerwilde den Borontempel der
Schweigenden Wacht zu Waldfang stiftete und zudem den Orden ersuchte, auch
einige Streiter Golgaris zum Schutz der Stätte abzustellen, benannte der
garetische Komtur Wulf Degenhardt von Berg Atheran zum Landmeister der
Schweigenden Wacht. Diese Aufgabe nahm der Ritter ohne zu zögern an, denn
die Sicherheit Waldfangs und die Ruhe der Gebeine liegen ihm seit den
unheiligen Tagen sehr am Herzen. Die Wacht über die Stätte ist ihm ein
persönliches Bedürfnis, zumal die Anführer des Aufstandes (darunter der als
Wiedergänger zurückgekehrte Magus Zachan ibn Ruhal) sich noch immer in den
Tiefen des Reichsforstes verborgen halten. Die endgültige Zerschlagung
dieser Sekte ist daher auch die Hauptaufgabe dieser Ordensiederlassung; ein
Dienst, in dem auch Atherans Herzblut gebunden ist, der sich aber aufgrund
der Unwirtlichkeit des Reichsforstes als nahezu unmöglich erweist. Im
übrigen ist er seinem Komtur äußerst dankbar dafür, mit dieser Aufgabe
betraut worden zu sein, da er sich so nicht die Blöße geben mußte, um
Übertragung dieser Mission zu bitten.
Der
Landmeister, geboren am 28. Rondra 13 v. Hal, ist ein schweigsamer Krieger
mit kurzgeschorenem dunkelbraunem Haar sowie Kinn- und Schnauzbart. Noch aus
den Zeiten des Maraskanfeldzuges stammt seine Lieblingswaffe, ein
Tuzakmesser maraskanischer Machart, für das er sich eigens ein Gehänge nach
garetischer Art anfertigen ließ, doch auch der Umgang mit dem Rabenschnabel
ist ihm in Fleisch und Blut übergegangen. Nach dem Verrat des früheren
Großmeisters Lucardus von Kemet mißtraut er zunächst jedem, und es ist nicht
leicht, sein Vertrauen zu gewinnen. So führt er die Ordensniederlassung mit
strenger, aber gerechter Hand; und nur Alara von Streitzig genießt sein
vollstes Vertrauen.
Text: Christoph Daether
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