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Knappe Boromil Eslam Bolongaro

Bruder Boromil, Knappe vom Orden des Heiligen Golgari

Ein Knappe berichtet:

"Geboren wurde ich als dritter Sohn eines Grundbesitzers in Almada, in der Mark  Südpforte. Dort verbrachte ich eine schöne Kindheit, ich spielte oft mit meinen älteren Geschwistern, mein ältester Bruder hieß Eglamo, unsere mittlere Schwester Madalena. Es war eine unbeschwerte Zeit für uns.

Eines Tages, ich war wohl 6 Jahre alt,  wurde Madalena von einem Magier mitgenommen, ich sah sie erst nach 10 Götterläufen wieder. Später, im Alter von guten 9 Götterläufen, wusste ich dann auch, wo sie war: in der Magischen Akademie zu Punin. Sie hatte das Glück gehabt ein Stipendium von der Akademie zu bekommen.

Was aus meinem Bruder Eglamo werden würde, war mir schon als kleiner Junge immer eingebläut worden. Er würde den Hof erben und ich und Madalena würden so gut wie nichts bekommen. Mein Vater sagte immer, er würde mich bald in die Kirche der Rahja stecken, die Rahjakirche war schon immer die Kirche gewesen, in welche die Mitglieder, die nichts erbten, gesteckt wurden. Ich wusste schon damals, dass diese Kirche nichts für mich war, aber was hätte ich damals schon tun können?

Als ich meinen 10. Sommer erreicht hatte und gerade keinen Unterricht bei Talfan hatte, unternahm ich wie üblich einen Streifzug durch die Wälder in meiner Nähe.

Es war schon spät und Vater mochte es nicht, wenn ich zu spät zum Essen kam, als ich mich gerade auf denn Rückweg machen wollte, fiel mir auf, dass ich mich verlaufen hatte. Fluchend versuchte ich mich zu erinnern in welcher Richtung unser Gutshof lag, aber es wollte mir beim besten willen nicht in den Sinn kommen. Also begann ich einfach in eine Richtung zu laufen, mir fiel damals noch nicht auf, dass ich mich immer weiter verirrte und immer tiefer in die Wälder lief.

Nachdem ich wohl bis zur Mitte der Nacht gelaufen war, wurde ich immer müder, also tat ich das, was mir mein Leib schon seit Stunden versuchte zu sagen, ich legte mich Schlafen.

In dieser Nacht träumte ich, wie mir ein Rabe den schnellsten Weg zurück auf den Gutshof zeigte, es war so, als ob mir der Rabe nach Hause helfen wollte. Als ich am nächsten Morgen erwachte, ging ich sofort in die Richtung, die mir der Rabe in meinem Traum gewiesen hatte.

Als ich also so ungefähr die Hälfte des Weges hinter mich gebracht hatte, begann ein Rabe über mir zu fliegen, immer ein Stück vor mir, als wollte er sicher sein, dass ich auch garantiert nach Hause zurück finden würde.

Endlich erreichte ich den Waldrand, meine Kleidung war schmutzig und mein Körper von den Dornen des Gebüsches zerkratzt, aber ein kleines Grinsen war in meinem Gesicht, denn jetzt wusste ich, welchen Weg die Götter mir bestimmt hatten: den Weg Borons, nein, es war der Weg der Golgariten, den ich einschlagen würde. Jetzt musste ich es nur noch Vater beibringen (...)"

 

Text: Pascal Frye