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Ritter Caldron Taramon

Bruder Caldron , Ritter vom Orden des Heiligen Golgari

Caldron wurde am 7. Phex 13 n. Hal als Sohn eines Bogenbauers und einer Zofe in Donnerbach geboren. Er war das jüngste von vier Kindern, wobei jedoch nur noch drei von ihnen noch leben.Sein Vater fiel 22 n. Hal einem orkischen Überfall zum Opfer, als er in die Handelsgebiete des Svelltschen Städtebundes unterwegs war. Von diesem Zeitpunkt an musste seine Mutter die Kinder alleine versorgen. Seine ältere Schwester siechte  im Praios 23 n. Hal an der blauer Keuche dahin, zugleich erlitt die Mutter eine schwere Infektion, von der sie sich jedoch nach 2 Monatiger (erzwungener) Bettruhe erholte.

Die beiden älteren Brüder standen zu dieser Zeit m Dienste des Wehrheimer Regimentes, wo sie ihre Ausbildung erst kurz zuvor egannen. Das wenige Geld, das sie nach Hause schicken konnten, ermöglichte die Genesung der Mutter. Die ganze Familie ist Phexgläubig, durch die andauernden, harten und glücklosen Lebensumstände, wandte sich Caldron jedoch von diesem Glauben ab. Geprägt durch Pessimismus, Hunger, Kälte und Krankheit, vertraut er nun auf die Kraft Borons. Besonders gefördert wurde diese Einsicht durch ein nicht allzu lange zurückliegendes Ereignis. Am 15.Travia 31 Hal brach Caldron zum Nahe gelegenen Neunaugensee auf, um den besten Bogen seines Vaters an einen unbekannten, wohl aber vermögenden Verkäufer abzutreten. Am vereinbarten Orte angekommen, erwartete Caldron jedoch nur ein Beutelchen mit den versprochenen Münzen, und eine Botschaft, die ihn hiess, den Bogen neben dem Beutelchen abzulegen. Er tat wie ihm geheissen wurde. Als er jedoch die Köchertasche abschulterte und sich zu Boden kniete, vernahm er den silbernen Klang des Bogens, der schon ungeduldig auf die Pfeile harrte. Wie von Geisterhand gelenkt richtete der Bogen sich auf, spannte seine Sehne, zielte und gab das Todbringende Geschoss frei.

Getroffen sank er zu Boden. Doch Caldron starb nicht, vielmehr kämpfte er drei Tage lang im Fieberschlaf mit seiner Wunde. Am Morgen des vierten Tages fand ihn ein gutmütiger Fischer, der ihn zurück nach Donnerbach brachte. Dort behandelte ihn ein kundiger Medicus, der sich mit dem bescheidenen Inhalt aus Caldrons Erlös zufrieden gab. Ganze fünf Wochen verblieb der schwer verwundete in der Obhut des Medicus`. Nie wieder sollte Caldron nach Hause zurückkehren. Nur knapp Golgaris Schwingen entkommen,  erkannte der junge Mann seine Berufung. Er wollte, wie ihm in seinen tagelangen Fieberträumen, und dem Kräftezehrenden Kampf mit der beinahe tödlichen Wunde am Neunaugensee, prophezeit wurde, seinen Vater finden.

In einem seiner Fieberträume wurde er des orkischen Überfalls gewahr, der seines Vaters Leben kostete. Erst jetzt erfuhr er, dass der Vater wohl nie ein würdiges Grab bekommen hatte, doch seine Seele, so weiss er heute, findet keine Ruhe, so gut sein Vater zu Lebzeiten war, desto unruhiger wurde sie, als ihr der Eintritt in Borons Hallen versagt wurde. An diese Vorstellung glaubt Caldron fest, bewies doch das beinahe tödliche Eigenleben des Bogens die nahezu tödliche Präzision seines Vaters. Aber Caldron hatte überlebt und er hatte den festen Entschluss gefasst, alles daran zu setzen, den ruhelosen Geist seines Vaters auf einem Boronsacker zu befreien. Als mittelloser junger Mensch, der sein Leben auf eine Vision ausrichtete, blieben Caldron nicht allzuviele Möglichkeiten offen, als ungelehrter junger Mann schon gar nicht. Um so mehr erhoffte er  die Aufnahme in die Reihen der Golgariten, die er als im Geiste verwandte Brüder betrachtete.

Caldron selbst ist ca. 180 Hf. groß, nicht sehr kräftig, aber fest entschlossen und mutig, als Sohn eines Bogenbauers ist er ziemlich geschickt, während seine Mutter ihm gute Manieren vermittelte, ist sein Bildungsstand verständlicherweise sehr niedrig da die kleine Familie die Kinder niemals entbehren konnte, ansonsten verfügt er über, einen relativ wohlgeformten Körper ein gerades, vom Wetter gedunkeltes Gesicht mit klaren, markanten Zügen, die insbesondere durch ihre einfache Schönheit auffallen. Infolge seines Erlebnisses ist er jedoch sehr abergläubisch, allerdings auch überaus neugierig und wissensdurstig, als einfacher Mensch ist er gutmütig und friedfertig, da er Reichtum als solches nie kennen gelernt hatte, ist er ein bescheidener Mensch.

Alles in allem ist er ein junger Mann mit einer Vision, die er verwirklichen will, er hofft im Orden so akzeptiert zu werden wie er ist und wünscht sich nichts sehnlicher als die wenigen, einfachen Grundbedürfnisse zum Leben, nicht zuletzt um seiner alten, kränklichen Mutter einen besseren Lebensabend zu bereiten. Die Golgariten scheinen seine letzte Hoffnung zu sein und er sieht in dem Orden die letzte Chance auf ein große Familie, die er so nie kennen lernen durfte. Sein kennzeichnenstes Merkmal ist die Narbe der Schusswunde, die sich ungefähr eine Handbreit unter der rechten Seite des Herzens befindet. Entgegen seiner momentanen physischen Behinderung ist sein Geist jedoch hellwach und seine Sinne durch die ärmlichen, in Angst verbrachten Verhältnisse geschärft.

Caldron fand schon recht bald nach seinem Eintritt in den Orden Anschluss und Sicherheit in der Puniner Schwinge Rabenstein, wo er auch schon recht bald seinen mittlerweile besten und einzigen Freund den Knappen Gerion Anjuhal kennenlernte. Unter der Obhut des Schwingenführers Alonso Boronian von Reuenthal wandten sich gemeinsam gegen den Puniner Landmeister Ludovigo Boromeus von Hufenstolz stellten, der seiner Knappin Rhinaya empfindlich zusetzte indem er sie schon für kleinste Unachtsamkeiten über Gebühr durch harte Tritte und Schläge zu maßregeln suchte. Unterstützung erfuhren Alonso, Brinwulf, Gerion und Caldrion durch die Landmeisterin Niam, die sich gemeinsam mit dem Schwingenführer hilfesuchend an die Schwingenträgerin Larissa wandte, um über die Recht- oder Unrechtmässigkeit des Handels Ludovigo Boromeus von Hufenstolz zu Urteilen. Larissa bat sich jedoch eine Vertagung der Verhandlungen an, bis das sich ankündende Unheil, das über die Golgariten hereinzubrechen drohte, überwunden sei. Erst jetzt mit dem in Garrensand stattfindenden Konsistorium bahnt sich hoffentlich eine Entscheidung an, die sowohl für Kläger als auch Angeklagten eine gerechte Strafe darzustellen vermag.

Tatsächlich verliefen die beiden nun folgenden Schlachten überaus Verlustreich und rissen überall tiefe Wunden in die Gemeinschaft des Ordens. Alonso, Gerion und Caldron hielten während der Schlachten am Arvepass und vor den Toren Beilunks gemeinsam aus und traten mehr als nur einmal für das Leben des anderen ein. Geprägt durch die Schrecken des Schwarzen Drachen, aber auch durch das innige Band der Freundschaft ist Caldron zwar in seinem Glauben und in seiner Beziehung zu Gerion und auch zu Alonso vertieft doch der allgegenwärtige Tod und das Leid von Aberhunderten hinterliessen ebenso ihre Spuren in der noch jungen Seele des Knappen. So erschütterte ihn der Tod der Knappin Rhinaya und vieler anderer Ordensmitglieder zutiefst und nur die Freundschaft zu Gerion liess seinen Mut nicht sinken. Eben jene Freundschaft zu dem ebenso jungen Knappen und das mit blutigem Schwur geleistete Band der Freundschaft ist so stark und unantastbar geworden, das ein jeder sein Leben für den Anderen in die Waagschale werfen und erst Recht opfern würde, auch wenn dies bedeuten würde, dass keiner von beiden am Leben bliebe. So verwundert es auch nicht, das der Schwur des Einen an den Tod des anderen gebunden und gleichzeitig den eigenen Tod zur Bedingung dieses Treueides beinhaltet. Zwar verbietet die Lex Boronia den frevelhaften Freitod, da allein der Schweigsame über das Ende allen irdischen Seins gebietet, doch auch er kann einem versiegendem Herzen, dessen Stolz und Wille gebrochen scheint, keinerlei Einhalt gebieten. Denn manchmal, so scheint es, sind auch die Wege der sterblichen unergründlich, wenn zwei Seelen sich nur Hand in Hand den Einzug in Borons Hallen schwören.


 

Text: Robert Hannemann