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Knappin Coris von Streitzig-Wehringen

Schwester Coris, Knappin vom Orden des Heiligen Golgari

Als drittes Kind des Edlen Theoderich von Streitzig und seiner Frau Eleonora von Wehringen erblickte Coris das Licht Deres im Phex des Götterlaufes 12 Hal auf der elterlichen Burg in der Grafschaft Eslamsgrund.

 Äußerlich stechen sofort ihre hüftlangen, blonden Haare und die strahlenden smaragd-grünen Augen hervor, die jederzeit eine gewisse Neugier vermitteln.

 Gemeinsam verbrachte sie einen nicht ganz unbeträchtlichen Teil ihrer Kindheit mit ihren zwei älteren Brüdern Drego und Darian auf der heimischen Burg. Da Coris als III. Kind nun mal kein Titel und auch kein Lehen als Erbe zur Verfügung stand, beschloss ihr Vater sie auf diplomatischem Wege zu schulen, damit sie ihrem älteren und auch oft aufbrausendem und unüberlegtem Bruder als Beraterin bei seiner Amtszeit hilfreich zur Verfügung stehen sollte.

 So lehrte ihr ein Privatlehrer alle Finessen, die eine gute Diplomatin auszeichnet. Geduld, Überredungsgeschick und das Wissen über die Staatskunst. Welches sie alles voller Inbrunst verinnerlichte. Ein wohl gemusstes Übel stellten zuerst hingegen die Kampfeinheiten dar. Bringt sie doch mit 8 ½ Spann nicht gerade die besten körperlichen Voraussetzungen für einen herausragenden Kämpfer mit. Doch war ihr Vater der Ansicht, dass in den wohl folgenden schweren Zeiten ein wenig Kampfgeschick nicht fehlen dürfte. Zur Überraschung aller lernte sie auch dieses Handwerk recht schnell und ein gewisse Begabung hierfür war ihr nicht abzuerkennen.

 Die Götterläufe zogen ins Land, Kriege vergingen und ihre Lehrzeit ging langsam zu Ende, als sich Coris auf eine Reise Richtung Süden zu einem väterlichen Freund begab. Ziel war es, auch mal andere Methoden der Staatskunst kennen zulernen. In Drôl angekommen verbrachte sie einige Monde dort, um vor allem zu erkennen, dass es ihr in dem wundervollen Garetien besser gefallen hat.

 Zu ihrem Unglück zog eine Epidemie über die süd-westlichen Staaten. Viele Bürger erkrankten an dem Blutigen Rotz. Auch an Coris ging dieser Kelch nicht vorbei. Doch wurde es bei ihr schlimmer. Schon kurz darauf weitete sich diese Krankheit aus. Starke Schmerzen im Brustkorb, schweres Fieber, leicht blaues Gesicht, dunkelblaue Zunge und ein Husten mit blauviolettem Auswurf begannen – die Blaue Keuche! Eineinhalb Wochen kämpfte Coris gegen den drohenden Tod. Der Herrin Peraine und dem Herren Boron sei dank, überlebte sie die Keuche, doch zahlte sie einen hohen Preis. Ihre Stimmbänder wurden so stark strapaziert, dass diese dabei einen unheilbaren Schaden nahmen.

 Von nun an begann für Coris ein Neuanfang, ein Dasein ohne Sprache!

 Stumm begab sie sich nach Hause, wohlwissend nie wieder in den Genuss zu kommen, sich wieder selber sprechen zu hören. In den ersten Monden auf der elterlichen Burg wurde ihr deutlich, dass sie wohl nun nicht mehr die Diplomatin werden konnte, die sie sich vorstellte. Zu schwierig stellte sich ihre Aufgabe nun dar.

 Hilfesuchend wandte sie sich an den Borongeweihten des naheliegenden Dorfes, Roderich von Tharnfels. Wohlwissend des schlummernden Talentes des Mädchens nahm er sich ihrer an. Er arbeitete viel mit ihr und lehrte ihr ein gut funktionierendes Leben ohne die Mächtigkeit der Worte. Nun kommt es ihr zur Gute, dass sie sich noch auf ihren Schwertarm verlassen kann. Um ihr Können nun weiter auszuüben begab sie sich in den Orden des Heiligen Golgari um der Speiche Garetien eine Stütze zu werden.

 

Text: Ina Brockamp