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Ritter Hagen von Despiona
Bruder Hagen, Ritter vom Orden des Heiligen
Golgari
Lebensgeschichte
Geboren wurden
die beiden Brüder mit weniger als einem Jahr Abstand im Jahr 16 vor Hal.
Hagen, der ältere zeigte sich schon früher auch als der körperlich stärkere,
während sein Bruden Tristan eher die Schläue seines Vaters geerbt hatte. Da
die Mutter der beiden zwar eine „von Despiona“ war, aber ansonsten wegen
ihrer entfernten Verwandtschaft (sie war eine Cousine zweiten Grades der
Vögtin) kein politisches Amt ausführte, wurde sie schon in jungen Jahren mit
einen grobschlächtigen aber relativ reichen Händler aus Mengbilla vermählt.
Auf dessen
Wunsch auch wurden die beiden Söhne (denn eine Tochter aus erster Ehe würde
sein Geschäft erben) Tempelgardisten des Borontempels. Eine überaus
ehrenvolle Position und den Abgängern der Rabenschnabelakademie vorzuziehen.
Und so schien für beide Söhne eine Karriere als Krieger im Dienste des
Rabengottes für vorbestimmt. Oft träumten sie, eines Tages bei den
Boronsraben in Al’Anfa zu dienen, doch es sollte alles anders kommen.
Als der gemeinsame Vater wieder
einmal die Mutter schlug, wehrte sich diese und, ob es nun ein Unfall war
oder nicht, der Mann starb. Schnell raffte sie ein wenig Besitz zusammen,
und nahm ihre beiden Söhne mit sich. Mit dem nächsten Schiff floh sie zu
Ihrer Familie nach Despiona zurück, einer kleinen Hafenstadt in der Nähe von
Neetha. Doch der Arm des Mengbillaner Handelshaus reichte weiter, als sie
dachte, und sie musste nach kurzer Pause weiter verkleidet durch das ganze
Königreich nach Almada fliehen.
Hier endlich fand sie Ruhe in einem kleinen Puniner
Stadthaus eines Familienfreundes. Ihre tiefe und unschuldige Verehrung
Borons, gekoppelt mit dem Hass auf die südlichen Stadtstaaten mit ihren
Händlerdynastien, ließ die Brüder in wenigen Jahren Zugang zu dem nördlichen
Ritus finden. Beide wollten sich auch hier wieder als Tempelgardisten
versuchen, doch die Vorurteile gegen die beiden Südländer schienen vorerst
zu überwiegen. Immer wieder bettelten sie die verschiedenen Priester an,
immer wieder wurden ihnen Absagen erteilt, erst nachdem sie das ganze fünfte
Regierungsjahr Kaiser Hals im Büßergewand Tag um Tag im Tempel erschienen um
alle vier großen Messen vollzogen, hatten die Puniner Einsehen, der Glaube
der beiden ist stärker als die Herkunft. Zum Totenfest 6 Hal, bekamen sie
endlich die traditionelle schwarzweiße Tracht der Tempelgardisten Punins
verliehen.
In den folgenden Jahren erkundeten sie als Begleitung der
Geweihten und als Boten der Kirche das zentrale Mittelreich. Bei der
Gründung des Ordens des heiligen Golgari nahmen beide sofort den grauen
Mantel an, es schienen der einzig logische und selbstverständliche Schritt.
Anfang 27 Hal, beide trugen mittlerweile den weißen Mantel,
hörten sie von den großen nekromantischen Ritualen in Tobrien. Wütend
ernannte sich Hagen selbst zum Schwingenführer und seinen Bruder zum
Bannerträger einer neu gegründeten Schwinge „Tobrien“. Zusammen mit einigen
anderen jungen Golgariten ritt er in die immer schwärzer werdenden Lande.
Was genau dort geschah, weiß keiner, sicher ist nur, dass bis auf ihn alle
anderen seit diesem Zeitpunkt als verschollen galten.
Den Ruf des Schwingenträgers ignorierend ritt er zügig in
die garetische Grafschaft Schlund, wo er gemeinsam mit Königlichen und
Truppen der Inquisition eine Schwarzmagierin vertrieb. Niemand weiß, welche
Absprachen er mit dem Orden getroffen hatte, doch in den folgenden Jahren
übernahm er das Amt des Vogtes eben dieses Edelgutes. Ebenso mysteriös ist
auch sein plötzlicher Aufbruch im Jahr 30 Hal nach Boronia, wo er sich als
einfacher Ritter unter die Schutztruppen mischte, doch auch von dort zog er
nach einem Jahr weiter, Ordensbrüder munkeln, er habe sich zwölf Questen in
Demut auferlegt, um für seine Sünden zu büßen...
Erscheinungsbild und Charakter
Der Ritter ist der Inbegriff eines Golgariten, fast zwei
Schritt groß mit einem gewaltigen Kreuz, trägt er unter dem weißen Überwurf
ein langes, schwarzes Kettenhemd. Beim Angriff sieht man ihn auf seinem
starken schwarzen Tulamiden, ebenfalls in weißem Tuch, das Schild zur
linken, den Morgenstern in der rechten Hand, wie einen bleichen Boten des
Todes, das grimmige Gesicht unter einem schwarzen Topfhelm verborgen. Auf
der politische Bühne dagegen überzeugt er durch kurze, meiste zynische
Kommentare. Hagen hat durchaus Humor, dieser ist jedoch relativ trocken und
für viele sozialere Charakter schlecht zu verstehen.
Text:
Volker Strunk
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