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Ritter Hagen ui Corûun
Bruder Hagen, Ritter vom Orden
des Heiligen Golgari
Hagen wurde im Jahre 1000 nach dem Fall Bosporans
geboren. Seine Kindheit verbrachte er auf dem väterlichen Gut in der Nähe
von Winhall. Er erlernte von seiner Mutter das spielen der Laute und wie
jeder Junge in Albernia war auch er begeistert von den Geschichten und
Legenden um die Heldentaten der Grossen dieser Zeit, Raidri Conchobair,
Waldemar von Weiden, Cuano ui Bennain, und all den andren. Dem Wunsch
seines Vaters folgend besuchte er voller Begeisterung die örtliche
Akademie „Rondras Schwertkunst“ und schloss diese auch nach 6 harten
Jahren der Ausbildung ab, gerade rechtzeitig um sich, zusammen mit seinem
Vater, den Truppen des Reichbehüters auf dem Weg nach Tobrien
anzuschließen.
Seinen ersten Kampf erlebte Hagen
auf den Vallusanischen Weiden. Er schlug sich wacker, musste jedoch mit
ansehen, wie die meisten seiner Kameraden gegen die Truppen des Bethaniers
vielen. Auch Hagen wurde verwundet, jedoch schmerzte es ihn viel mehr, mit
ansehen zu müssen wie der Herzog von Weiden im Kampf gegen einen riesigen
Dämon sein Leben verlor. Nach langen Wochen der Genesung durfte er endlich
wieder an die Front zurückkehren und in den folgenden Monden an einigen
Scharmützeln teilnehmen, bis seine Einheit an die Trollpforte beordert
wurde, zur entscheidenden Schlacht wie es hieß. Doch schon bevor die
Schlacht begann ereilte ihn der nächste Schlag: der Reichsbehüter wurde
vor seinen Augen von Dämonen gerissen. Einzig die aufmunternden Worte
seines Vaters, denn er seit den Vallusischen Weiden nicht mehr gesehen
hatte, konnte ihn noch aufmuntern. Doch die Schlacht an der Trollpforte
sollte noch mehr Schrecken bereithalten. Während der nächsten drei Tage
erblickte Hagen mehr Schrecken, und sah mehr Freunde sterben, als manch
ein Veteran in den Kriegen der letzten Jahrzehnte zusammen. Er musste mit
ansehen wie sein Vater von einem untoten Oger getötet wurde. Doch auch
Hagen blieb nicht unverletzt. Am letzten Tag der Schlacht wurde seine
Schwerthand von der einem Pfeil durchbohrt, doch Hagen lies die Hand
verbinden und stand schon eine Stunde später auf dem Schlachtfeld, um am
letzten Ansturm gegen den Feldherrenhügel des Feindes teilzunehmen.
Hagen
führte mit den albernischen Regimenten den Sturm auf den Hügel, doch immer
mehr seiner Kameraden fielen den Klingen der Feinde zum Opfer, und Hagen
wurde irgendwann von seiner Einheit getrennt. Für einen Augenblick schien
er allein zu sein, niemand schien ihn zu beachten, um ihn herum tobte die
Schlacht und alle, ob Freund oder Feind, schienen etwas wichtigeres im
Sinn zu haben, als sich mit ihm abzugeben. Gerade wollte er sich wieder
ins Getümmel werfen, als er ein Schatten sah, der sich ihm schnell
näherte. Zuerst glaubte er es würde sich um einen weiteren schwarzen
Söldner handeln, doch schon bald musste er erkenne, dass es kein Mensch
war der ihn angriff, die gestallt schwebte wenige Finger über dem Boden
und schien keinen Körper zu besitzen, lediglich ein schwarzer
Kapuzenumhang mit zwei rot glühenden Augen die ihn anstarrten. In der
Linken trug die Gestallt eine Peitsche, in der Rechten ein Schwert, mit
welchem sie auch schon zum Angriff überging. Hagen parierte den Schlag
und attackierte nun seinerseits, doch obwohl sein schlag die Deckung des
Feindes durchbrach, verursachte er keinen Schaden, die Klinge durchstieß
die schwarze Gestalt ohne auf Widerstand zu treffen. Immer wieder
versuchte er es, doch alle Treffer fhrten zum selben Resultat. Hagen
musste erkennen das er gegen die Entität der er hier gegenüberstand nichts
ausrichten konnte außer dem Versuch zu überleben. So konzentrierte er sich
auf die Parade, doch immer wieder fanden das Schwert oder die Peitsche des
Dämons ihr Ziel. Geschwächt und aus zahlreichen Wunden blutend kam Panik
in ihm hoch, die sich aber, als sein Schwert unter dem nächsten Hieb des
Gegners zerbrach, in Resignation wandelte. Hagen lies sich auf die Knie
fallen, richtete seine stilles Gebet an Boron und spürten den Schmerz der
Dämonenklinge, die in seinen Leib eindrang.
Als er wieder erwachte war die Schlacht
seit einer Woche vorüber, der Dämonenmeister war besiegt und Hagen war im
Kloster der Noioniten nahe Perricum. Seine körperlichen Wunden waren auf dem
Wege der Heilung, lediglich seine Hand würde ihm nie mehr das spielen der
Laute erlauben. Hagen erfuhr daß ein alter Priester des Totengottes, mit
Namen Boromar, ihn auf dem Schlachtfeld gefunden und sich seiner Wunden
angenommen hatte. Diesem Priester verdankte er also sein Leben. Sobald er
das Bett verlassen konnte, suchte er Boromar auf um zu erfahren, warum
gerade er gerettet worden war. Doch der alte Noionit konnte es ihm auch
nicht erklären, er wisse nur, daß er im Auftrag seines Herren gehandelt
hätte, und die Wege des Boron seien unergründlich.
Hagen verbrachte beinahe zwei Jahre im
Kloster, zuerst als Patient, später als Helfer, aber stets suchte er die
Nähe Boromars, der für ihn eine Art Vaterersatz darzustellen begann. Eines
Abends eröffnete ihm der Priester, das er Perricum verlassen würde um ein
letztes mal zum Tempel des Raben in Punin zu reisen, bevor er sich in im
dortigen Kloster in stiller Meditation auf sein Ende vorbereiten würde.
Zuerst wusste Hagen nicht was er nun tun solle, zurückkehren in seine Heimat
wollte er nicht, die Priester rieten ihm davon ab, jetzt schon in die
Schwarzen Lande zurückzukehren und ohne Boromar wollte er auch nicht länger
in den Perricum verweilen.
Als Hagen am nächsten morgen erwachte,
hockte ein Pechschwarzer Rabe auf seinem Fenstersims und blickt ihn stumm
an. Hagen erhob sich und schritt langsam auf den Raben zu, doch dieser erhob
sich und flog davon, in westlicher Richtung, nur um wenige Minuten später
wieder zurückzukehren. Wiederum landete der Rabe auf dem Fenstersims,
starrte Hagen an, schwang sich in die Lüfte und flog davon gen West. Dieses
Spiel wiederholte sich noch dreimal, dann flog der Raben endgültig, laut
krächzend nach Westen, direkt Richtung Finsterkamm.
Sofort packte Hagen seine wenigen
Habseligkeiten (einige Kleider, sein Schwert und den Siegelring seines
Vaters) zusammen und rannte hinunter auf den Hof, um am Tor auf die
Reisegruppe Boromars zu warten. Als der alte Priester den Hof ebenfalls
betrat, schritt Hagen auf ihn zu, kniete vor ihm nieder und sagte:
„Werter Boromar, lasset mich euch begleiten, auf das ihr unbeschadet und
unter dem Schutz meiner Klinge Punin erreichen sollt.“, und der alte
Mann half ihm auf, sah ihm prüfend in die Augen und sprach: „so sei es.“
Die Reise durch die zentralen
Provinzen verlief ohne Zwischenfälle. Nicht ein einziges Mal brauchte Hagen
sein Schwert zu ziehen und kein einziges unnötiges Wort sprachen beide. Als
sie den Tempel des Rabens in Punin endlich erreichten, war Hagen sich
absolut sicher, dass er sein Leben in den Dienst des Schweigsamen Gottes
stellen wolle.
Im Tempel traf Hagen zum ersten Mal auf
Golgariten, die sich zum Schutz des Tempels hier eingefunden hatten. Die
nächste Woche verbrachte Hagen in der Stadt, besuchte des Öfteren den
Tempel, um mit den Geweihten zu meditieren und seine Gedanken auszutauschen.
Gelegentlich kam er auch mit einem Golgariten, Ritter Brinwulf von Ragath,
ins Gespräch, der ihm vom Orden berichtete. Nach einer weiteren Woche hatte
Hagen seinen Entschluss gefasst und begab sich wiederum zum Tempel. Er
suchte Ritter Brinwurf auf, und bat ihn, dem Orden der Heiligen Golgari
beitreten zu dürfen...
Text: Carsten
Balzer
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