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Knappe
Hakon von Brückeneck
Bruder Hakon,
Knappe vom Orden des Heiligen Golgari
Der kleine Hakon erblickte am 18. Firun 12 Hal in Brückeneck das Licht
der Welt. Seine frühe Kindheit verlief ruhig, doch schon bald wurde für
seine Eltern ersichtlich, dass ihr zweitgeborener Sohn in der Kunst des
Kampfes, aber auch des guten Benehmens unterrichtet werden solle. Alsbald
schickten sie ihn zu einem befreundeten Ritter, Hilgerd von Tiefengrund,
der sich ob der Aufgabe und des Vertrauens geehrt fühlte. Dies war für
ihn auch der Grund, nicht nachgiebig mit der Ausbildung des jungen Hakon
zu sein und so wurde er gleich am ersten Tage auf ein hohes Ross gesetzt
und musste mit acht Götterläufen seinem Lehrmeister quer durch die Felder
und Wälder folgen und das, obwohl Hilgerd schon anfangs ein schnelles
Tempo angab.
Doch genau so war auch seine weitere Ausbildung
zum Ritter, sehr hart und gefühllos. Denn sein Meister war immer der Meinung,
man könne sich nur auf sich selbst und sein Eisen verlassen und deshalb
müsse man selbst immer nach der Perfektion streben und das egal mit welchem
Alter. Sicherlich war Hakon überfordert, denn diese hohen Ansprüche war
er nicht gewohnt, doch bald legte sich das und er wurde immer geschickter
und meisterte die ihm gestellten Aufgaben immer besser.
So vergingen sechs Jahre der Ausbildung, doch
ein Tag sollte sein Leben von Grund auf verändern. Es war der Tag, an
dem Ritter Hilgerd früh morgens alleine ausritt. Als einige Tage vergingen,
ohne dass irgendjemand von ihm hörte, dachte man schon, er sei gestorben.
Doch Hakon glaubte nicht daran und er mochte Recht behalten, leider nicht
so, wie er es sich erhoffte. Denn als der schwarze Schrecken in Eslamsbrück
einfiel, erkannten einige hochgeachtete Ritter und Krieger das Banner
Derer von Tiefengrund, aber nicht auf ihrer eigenen Seiten. Hilgerd von
Tiefengrund hatte sich scheinbar den Truppen Rhazzazors angeschlossen
und kämpfte Seite an Seite mit den Untoten anstelle gegen sie.
Zuerst konnte es Hakon nicht glauben, doch als
immer mehr Krieger und Ritter diesem Frevel berichteten, musste sich Hakon
damit abfinde. Sein Lehrmeister war ein Verräter, doch was war der Grund.
Vielleicht war es die Gier nach Macht oder Hilgerd war einfach von seinen
Ansichten zu sehr besessen, dass man nur sich selbst vertrauen könne.
Denn durch seine Tat zeigte er sehr deutlich, dass ihm alle Menschen egal
waren, sogar Hakon selbst. Dies erschütterte den jungen Knappen sehr,
denn er hatte sein großes Vorbild verloren, sogar alles, an das er glauben
konnte. Wem könnte er denn nun vertrauen, scheinbar niemandem mehr. So
ritt er mit seinem gesamten Hab und Gut davon, einfach hinaus in die Welt,
um vielleicht seine Bestimmung zu finden. Er war sich nicht sicher, wohin
ihn sein Weg führen würde. Zuerst wollte er Richtung Rahja reiten, um
dort gegen seinen Lehrmeister zu kämpfen, damit auch seine eigene Ehre
wieder bereinigt würde. In ihm kam sogar der Gedanke auf, selbst den Schergen
Borbarads beizutreten, aber dies verwarf er sofort wieder und bat die
Göttern ob dieser frevelhaften Gedanken um Vergebung.
Als er schließlich auf eine Schwinge Golgariten
traf, durchfuhr in gerade zu ein Blitz, denn nun wusste er, was er zu
tun hatte. Denn wenn er für Boron kämpfen würde, wäre es möglich, dass
die Götter seinem Meister vergeben und dieser nicht in die schrecklichen
Hände von Dämonen fallen würde. Immerhin, so dachte er, kämpfte sein Meister
an der Seite untoter Kreaturen und frevelte damit den Zwölfen, allen voran
Boron. Also müsse Hakon dafür sorgen, dass sein Meister von seinem Wahn
erlöst werde und nach seinem Tod nicht selbst zu solch einer Unkreatur
würde. Dies war auch der Grund, weshalb er sofort zum nächsten Kloster
der Golgariten ritt, um dort um Aufnahme in den Orden zu beten.
Wenn man auf Hakon trifft, gehen ihm die meisten
Menschen aus dem Weg, denn wegen seine stattlichen Größe von über 95 Fingern,
seinem doch recht muskulösen Körperbau und seiner meiste ernsten Mine
flöhst er vielen Respekt ein, auch wenn er dies eigentlich nicht immer
beabsichtigt. Denn normalerweise scheut er keinen Kontakt mir Menschen
und ist auch ansonsten recht offen und freundlich, so man sich traut,
ihn näher kennen zu lernen. Vielleicht könnte der ein oder andere dies
auch sofort erkennen, denn in seinen Augen leuchtet oft der Glanz von
Freude, zumindest immer dann, wenn er nicht an seinen Lehrmeister denken
muss. Sein Äußeres zeugt aber auch von seinem Stand, denn er trägt seine
blonden Haare kurz, so dass sie ihm unter einem Helm und im Kampf nicht
behindern und mit einem gewissen Stolz trägt er auch seine Rüstung und
seine Waffe zur Schau, was ihn beim Volke direkt als kampferprobte Person
auszeichnet, selbst wenn er noch nicht viele Schlachten geschlagen hat.
Zumindest noch nicht.
Text: Alexander Knapp
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