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Knappe Hamar ibn Derjan

Bruder Hamar, Knappe vom Orden des Heiligen Golgari

Hamar ibn Derjan wurde als 2. Sohn eines Bornländers namens Derjan Permswalden, eines Handelsreisenden für das Stoerrebrandt-Kolleg, und einer Tulamidin namens Saya Permswalden (geb.: Saya saba Shuleja) geboren. Er wuchs  zusammen mit seinem älteren Bruder Stover und seiner kleinen Schwester Laila in Khunchom auf. An seinem10. Tsatag, eine Zeit, in der er seinen Vater kaum gesehen hatte, weil dieser oft auf Reisen war, zog die Familie nach Festum. Dort reifte er heran, und mit 14 kam er erstmals zu einer (metaphorischen) Begegnung mit Boron:

Seine Mutter war, als sie am Markt war, in einer kleinen Gasse niedergestochen und ausgeraubt worden.

Als sein Bruder und sein Vater mit einem kleinen Handelszug über die Wüstenei durch Weiden hindurch nach Perricum unterwegs waren, wurden sie des Nachts von einigen Untoten heimgesucht, die seinen Vater ermordeten. Der Bruder konnte entkommen, hatte aber eine schwere Verletzung erlitten, die es ihm unmöglich macht, weiter für Stoerrebrandt zu arbeiten.

Angeregt von diesen Ereignissen erwog Hamar nun schon, auszuziehen und den Tod seiner Eltern zu rächen, aber er hatte in Festum bleiben müssen, um seinem Bruder und seiner Schwester zu helfen.

Und Hamar wäre wohl nie aus Festum rausgekommen, hätte es da nicht einen gewissen Onkel gegeben. Dieser Onkel, Faizal ibn Mhukkadin, ein Schwarzmagier aus Fasar, hatte ihn während der Zeit in Khunchom öfters besucht, da Hamar  sein Lieblingsneffe gewesen war. Faizal war ein echter Abenteurer gewesen, er hatte, und das war nur das, wovon Hamar wusste, mit Trollen zu tun gehabt, war beim Zug der 1000 Oger der Anführer eines kleinen Flüchtlings-Zuges gewesen, hatte gegen Hexen im Kosch gekämpft, und hatte angeblich sogar die Helden, die allgemein als die glorreichen Sieben Gezeichneten bekannt waren, gekannt. Und Faizal war es auch, der Hamar von dem mysteriösen Orden des Heiligen Golgari erzählte ...

Hamar hatte Faizal immer schon bewundert, und sich als kleines Kind oft vorgestellt, ebenso ein Abenteurer zu werden. Faizal war nun zu ihm gekommen, um seinen Geschwistern zu helfen, und ermöglichte Hamar so seine Abreise nach Darpatien. Er gab ihm zum Abschied noch einen kleinen Silberring mit einem Granat, der für ihn immer von großem Wert gewesen war, was Hamar sehr beeindruckte. Und so zog Hamar nach Süden um in der Speiche Darpatien mit 18 als Knappe in den Orden des Heiligen Golgari einzutreten.

Hamar ist überzeugt davon, dass das Leben einen gewissen Wert hat, und dass Boron am besten weiß, wann wer zu sterben hat. Bei den Untoten, egal welcher Art, ist es jedoch klar, dass sie nach Borons Willen tot sein müssen, und darum auch zum endgültigen Tode geführt werden sollen. Auch Frevler wider Boron dürfen nicht länger leben, da sie sich dem Willen Borons widersetzen, kann es nun nur Borons Wille sein, dass sie vernichtet werden. Der al’anfanische Ritus ist ein verachtenswerter Ritus, verkommen durch Dekadenz. Wer diesem Ritus anhängt, ist beinahe schon ein Frevler gegen Boron, und man sollte jeden Umgang mit ihm meiden, so man ihn nicht bekehren kann. Persönliches Eigentum ist zu achten, da die Diener Borons nicht an diesseitigen Dingen interessiert sein sollten, auch der Adel ist zu respektieren. Hamar ist beherrscht und ruhig, stolz, und ein wenig arrogant aber ernsthaft und gut erzogen. Wenn er töten muss, dann tut er das sofort, und ohne etwas zu sagen. Er ist von Natur aus sehr still, aber blickt stets ein wenig spöttisch.

Hamar kleidet sich am liebsten schwarz, und achtet darauf, dass seine Kleidung gepflegt ist. Er hat buschige, braune Haare, und unter seinen ebenfalls buschigen Augenbrauen trifft jeden, der ihm in die blauen Augen schaut, ein stechender Blick. Sein blasses Gesicht ist von einer großen Hakennase besetzt, und würde er jemals singen, was er aber nicht tut, würde man erkennen, dass er eine klare Stimme hat. An dem Ringfinger seiner rechten Hand steckt ein kleiner Silberring mit einem Granat.

 

Text: Jakob Prüller