Während
der Bauzeit wirkt der Innenhof etwas überfüllt: Da die Wohnhäuser noch
nicht völlig fertiggestellt sind, aber viele der Bewohner bereits
eingetroffen sind, müssen diese zunächst in provisorisch errichteten
Hütten leben, die zwischen den Baustellen auf dem späteren Übungsgelände
stehen. In einer der größeren Hütten befindet sich ein kleiner Schrein
des Boron, vor dem Andacht gehalten wird, bis der Tempel fertiggestellt
und eingeweiht ist. Ebenfalls findet sich auf dem Hof eine
Ziegelbrennerei, in der neben den Bausteinen auch der Kalk für den
Mörtel und für die weiße Tünche gebrannt wird.Dormitorium/Refektorium/Küche/Bäckerei
Das von
der Grundfläche gesehen größte und mittlerweile fast völlig
fertiggestellte Gebäude steht an zentraler Position innerhalb des
Klosters. Im unteren Stockwerk finden sich Räumlichkeiten für die
Versorgung der meisten einfachen Klosterbewohner: In einer großen Küche
und einer angrenzenden Bäckerei wird beinahe der gesamte tägliche
Nahrungsbedarf zubereitet. Im großen Refektorium daneben werden diese
Erzeugnisse wiederum von Rittern, Knappen, Novizen und Laiendienern
verzehrt. Das Refektorium wird auch als Versammlungssaal und zur
Unterrichtung der Novizen genutzt.
Ein altes
Gewölbe, das unter der Ruine des vormaligen Palas (und damit unter dem
jetzigen Refektorium) gefunden wurde, wird als Vorratskeller für die
benötigten Lebensmittel genutzt.
Im
Obergeschoss befinden sich die Unterkünfte der Ordensmitglieder ohne
besondere Aufgaben. Darunter befinden sich die Einzelräume von
altgedienten Rittern, denen der Beender des Lebens nicht die zweite
Weihe im Kampf gestattete und die jetzt zumeist als Lehrer fungieren,
aber auch die Räume für je einen oder zwei adelige Ordensmitglieder. Die
meisten Menschen schlafen jedoch im großen Dormitorium, darunter alle
Novizen und die meisten Knappen.
Das Dach
dieses Gebäudes ist leicht zu der Ecke geneigt, die der Klosterzisterne
am nächsten ist. Über eine Holzrinne wird das auf dem Dach aufgefangene
Regenwasser in die Nähe dieser Zisterne geleitet.
Spital
Ein in
Entstehung befindliches einstöckiges Ziegelgebäude ist das
Klosterspital, in dem sowohl körperliche Blessuren - von zwei Medici -
kuriert werden können als auch, durch die zwei zukünftig anwesenden
Noioniten aus dem bei Perricum liegenden Kloster, seelische Krankheiten
behandelt werden sollen. Die Fenster in den Krankenzimmern im hinteren
Bereich sind zum Teil vergittert; ein einzelner Raum ist sogar
vollkommen fensterlos. In diesen hinteren Räumen werden bald die
schweren bis völlig hoffnungslosen Fälle geistiger Umnachtung
untergebracht, so dass die drangvolle Enge im Perricumer
Noionitenkloster ein wenig gemindert werden kann.
Es ist
bereits ein erster Kranker im Spital aufgenommen worden: Beim Bezug der
Burg durch die Golgariten wurde der uralte Burgvogt in den Ruinen
entdeckt. Da dieser immer wieder von dem längst verstorbenen Ritter von
Bre’shey’Nok als Burgherrn spricht, stellt er die erste größere
Herausforderung an die Noioniten dar.
Es ist
geplant, dass die Novizen von Krähenwacht regelmäßig zur Unterstützung
der Noioniten beordert werden und zur Pflege der Geisteskranken
hinzugezogen werden, um Erfahrungen im Umgang auch mit extremen
menschlichen Schicksalen zu sammeln. Solange die fensterlose Zelle nicht
von einem besonders schweren Fall bewohnt ist, kann dieser Raum auch für
die die Regeln des Klosters bzw. die Prinzipien des Ordens brechenden
Novizen als Bestrafungsort oder zur Drohung als solcher genutzt werden.
Stallungen/Schmiede
Im
Westteil des Klosters, nahe dem Tor, steht ein einstöckiges Gebäude, das
für bis zu 20 Pferde Platz bietet. Zwei separate Boxen sind je für das
Ross des Komturs und eines hohen Gastes reserviert, drei weitere Boxen
geben jeweils zwei Tieren Platz; weitere Pferde müssen in einer großen
Box Unterkunft finden.
Direkt
nebenan befindet sich die Schmiede des Klosters, in der die eisernen
Werkzeuge, Hufeisen, Nägel und anderes gefertigt und zum größten Teil
auch gelagert werden. Hier können aber auch die Waffen der Golgariten
wieder in einen guten Zustand versetzt werden, wenn auch das Herstellen
gänzlich neuer Waffen die Fähigkeiten des Schmiedes übersteigt. Als
Grob- und Hufschmied leistet er jedoch ausgezeichnete Arbeit. Da er
zudem ein Pferdenarr ist, kümmert er sich zusammen mit einigen Novizen
sowie einem eigens dazu abgestellten Knappen um das Wohlergehen der
Tiere. Den täglichen Ausritt lassen sich die Besitzer jedoch nicht
abnehmen.
Zur
Reiterausbildung der nichtadligen Novizen stehen ein halbes Dutzend
Reittiere im Klosterbesitz zur Verfügung.
Abthaus/Gästehaus
Am
Ostrand der Burg, in unmittelbarer Nähe zur Mauer am Rande der
Felsklippen oberhalb der Bucht, entsteht ein dreistöckiger, weiß
getünchter Ziegelbau, der einmal die Würdenträger des Klosters und hohe
Gäste beherbergen wird. So wird es zu ebener Erde Schlafräume für die
beiden Tempelpriester, die Noioniten sowie für die Ritter mit besonderen
Aufgaben geben. Der Luxus dieser Räume besteht darin, dass jeder der
Bewohner einen eigenen Raum für sich in der Nähe des Abtes hat. Eine
kleine, aber hochwertige Küche stellt die Versorgung für diejenigen
sicher, die nicht im Refektorium speisen.
Im
zweiten Stock sollen die Gäste des Klosters untergebracht werden.
Ebenfalls befindet sich dort ein kleiner Saal, der als Speise- und
Versammlungsraum für die Zusammenkunft der wichtigsten Klosterbewohner
genutzt wird.
Das
oberste Stockwerk besteht aus den Wohn- und Arbeitsräumen des
amtierenden Abtes sowie des garetischen Komturs. Zwei weitere große
Räume stehen für Gäste von höchsten Würden (wie beispielsweise die
Grossmeisterin oder einer der Ordensmarschälle) zur Verfügung, doch
dürften diese nur sehr selten von solchen genutzt werden und deshalb
meistens leerstehen. Jeder dieser Räume hat einen eigenen Abtritt. Der
Wohnraum des Komturs hat zusätzlich einen Balkon an der Ostseite, so
dass er am frühen Morgen den Sonnenaufgang über dem Perlenmeer genießen
kann, da das Niveau seines Raumes oberhalb der Mauerkrone liegt.
In diesem
Stockwerk befindet sich auch eine Bibliothek. Da die Golgariten eher
Menschen der Tat als des Wortes sind, nimmt sich deren Ausmaß jedoch
sehr bescheiden aus. Nicht mehr als drei Dutzend Bücher, darunter
natürlich wertvolle Exemplare des Schwarzen Buches und der Lex Boronia,
sind hier zu finden, so dass auch das in anderen Klostern häufig zu
findende Amt des Bibliothekars hier wahrlich überflüssig ist. Die im
Kloster anwesenden Noioniten und die Zorkabiner haben allerdings in
ihren Räumen im Spital respektive im Bergfried eigene kleine
Buchsammlungen.
Tempel mit Boronsanger
Der aus
schwarzem Schlunder Basalt zu errichtende Tempel ist wohl das
ehrgeizigste Bauprojekt, das der garetische Komtur innerhalb des
Klosters Krähenwacht in Auftrag gegeben hat: Mit einem halbkreisförmigen
Grundriss von borongefälligen 5*5 Schritt Durchmesser und einer
geplanten Höhe von etwa 8 Schritt wird der Tempel zwar nicht der
höchste, aber doch der beeindruckendste Bau innerhalb der Klostermauern
werden, zumal er auch einen zentralen Platz in der Burg einnehmen wird.
Im Innern
werden 5 Säulengänge als Speichen zum Mittelpunkt, zur Nabe des
gebrochenen Rades, führen, in dem eine Rabenstatue als Allerheiligstes
aufgestellt werden wird. Jeder Gang wird durch zwei Säulenreihen
gebildet werden, wobei die Wandreihe an den Gängen der Nabenachse
jeweils aus Halbsäulen bestehen wird.
Der Boden
des Tempels soll vollständig mit grauem Raschtulswaller Marmor ausgelegt
werden.
Im Tempel
wird es keine anderen Räumlichkeiten als den großen Andachtsraum geben.
Die zukünftigen betreuenden Geweihten des Dunklen Gottes finden als
Würdenträger des Klosters Unterkunft im Wohnhaus des Abtkomturs, während
die Novizen des Tempels im Dormitorium ihre Wohnstatt finden werden. Die
Gerätschaften für den Dienst am Gott wie Schwenker und andere
Kultgegenstände werden offen auf Tischen seitlich neben der Rabenstatue
aufbewahrt werden.
Der
Borontempel wird nur von Geweihten und von Laiendienern, wie den
nichtgeweihten Mitgliedern des Golgariten-Ordens, betreten werden
dürfen. Einfachen Gläubigen, so sie denn überhaupt die Möglichkeit
bekommen, das Kloster zu besuchen, oder den nicht direkt dem Orden
angehörigen Bediensteten des Klosters, wird der Zutritt zum Tempel
verwehrt werden.
Der
Boronsanger wird ebenfalls einen Halbkreis bilden und sich direkt an den
Tempel anschließen, so dass beide zusammen den Kreis schließen, der
Leben und Tod zu einer Einheit macht. Auf dem Boronsanger werden
zukünftig die verstorbenen Schwestern und Brüder des Klosters zu Grabe
getragen. Der Anger liegt auf dem alten Bestattungsplatz der Burg, nimmt
aber heutzutage erheblich mehr Platz ein als jener damals.
Der
ehrgeizige Komtur wollte ursprünglich den Tempel zur Ehre Borons als
erstes erbauen lassen, aber durch Verzögerungen beim Anliefern des edlen
Baugesteins trafen die Verantwortlichen vor Ort in seiner Abwesenheit
die Entscheidung, dass der Bau der Wohngebäude vorzuziehen ist.