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Knappe Marbonagrin von Rotenbach

Bruder Marbonagrin, Knappe vom Orden des Heiligen Golgari

Alt ist Marbonagrin, ungewöhnlich alt für einen Knappen– über 40 Sommer hat Marbonagrin von Rotenbach ins Land gehen sehen. So ist „der Alte“ ,wie er von vielen jungen Knappen bisweilen herablassend und hinterrücks genannt wird, ein Einzelgänger. Borongefällig ist seine Art Konversation zu betreiben. Er spart mit Worten, Zustimmung oder Widerwillen zeichnen sich ohnehin in seinem Gesicht wie in einem offenen Buch ab. Die öffentliche Rede ist seine Sache nicht und so lohnt es nicht, mit ihm zu diskutieren. Seine Haltung zu allem und jedem in dieser Welt steht fest. Aus dem Süden kommt das Böse. Die Jünger der schwarzen Pestbeule sind für ihn schlimmer als alle Mordbrenner Borbarads aus dem Osten. Eine Begründung für diese Einstellung hat kein Lebender bislang aus seinem Munde gehört. Wer aber in seine Augen schaut, wenn er die Worte „es geht nicht darum, dass der Al’Anfaner Ritus der falsche Weg ist – es ist ein Spiel mit den Niederhöllen“ haucht, weiß, dass es Marbonagrin ernst ist.

Des Knappen Haupt ist kahl geschoren, dafür prägt ein kurzer schwarzer Vollbart und seine eisblauen, jugendlichen Augen sein Erscheinen. Tiefe faltige Furchen hat die Zeit in sein Gesicht geschlagen, er ist von großer Gestalt mit breiten Schultern. Obwohl schon ungewöhnlich lang im Dienst des Ritters Alderich von Mackenstein-Hammerschlag ä.H. verlässt kein böses Wort seinem Herrn gegenüber seinen Mund. Warum wird er nicht endlich zum Ritter, fragen viele hinter vorgehaltener Hand. Die Antwort kennen nur Marbonagrin und Alderich in ihren Herzen.

Der ständige Begleiter Marbonagrins ist sein Schwert „Mersantafir“; ein schmuckloser Eineinhalbhänder, den er bereits seit Kindstagen zu führen weiß. Als Knappe des Ordens trägt er dessen Kleidung in dunkelgrau mit Ordenszeichen.

 

Text: Gerrit Gericke