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Knappe Raidri ui Niamrod
Bruder Raidri, Knappe vom Orden des Heiligen
Golgari
Geschichte
Raidri ui Niamrod ist der zweite Sohn eines nicht besonders vermögenden Adligen aus Albernia und einer Thorwalerin, welche bei seiner nächtlichen Geburt am 5. Boron 1002 BF verstarb. Raidri hat einen Zwillingsbruder, Cuanu, der ihm auf das Haar gleicht. Er hat auch einen Stiefbruder aus dem ersten Traviabund seines Vaters, dessen Mutter bei einem Überfall durch Wegelagerer starb.
Nach dem Tod seiner Mutter wurde der Vater zum Trinker und begann an den Zwölfgöttern zu zweifeln. Es dauerte zwölf Götterläufe bis er sich totgesoffen hatte, doch war diese Zeit für die beiden Zwillingsbrüder eine einzige Tortur, gab der Vater ihnen doch die Schuld an dem Tod seiner zweiten Frau. So litten sie häufig unter den Schikanen und Misshandlungen ihres Vaters.
Einzigen Trost fanden sie bei dem freundlichen, wenn gleich auch schweigsamen Borongeweihten, der ihnen zumindest für kurze Zeit ein Vergessen des heimischen Leids möglich machte und so einen ruhigen Schlaf ermöglichte.
Nach dem Tod des Vaters übernahm dessen Sohn aus erstem Traviabund das Lehen, doch auch unter ihm erging es den Brüdern nicht besser, fürchtete dieser doch dass sie ihn eines Tages um sein Lehen bringen konnten. So vergiftete er die Beiden eines Tages, und schon hörten sie das Rauschen von Golgaris Schwingen als sie wieder zu den Lebenden wiederkehrten, gerettet von dem alten Borongeweihten. Als sie nun hörten dass sie vergiftet wurden, konnten sie sich vorstellen wer verantwortlich für diese Tat gewesen ist. So flohen sie vom heimatlichen Gutshof, mit nicht vielmehr als nur dem Hemd am Leibe und ein paar Karten von Thorwal, wohin sie sich nun einschifften um dort die Verwandten ihrer Mutter aufzusuchen.
Schließlich, im Land der Hjaldinger angekommen, wurden die Beiden sehr herzlich von den meisten ihrer Anverwandten begrüßt, doch die anderen Kinder der Sippschaft stießen sie aus, sei es, weil sie die Sprache nicht beherrschten, sei es, weil ihr Wesen auf Grund der Demütigungen in ihrer Kindheit ganz und gar nicht dem der lebensfrohen und lauten Thowalerkinder entsprach.
In Thorwal erhielten sie auch eine grundlegende Ausbildung im Kriegerhandwerk und nach einigen Jahren der Ausbildung gingen sie bald auf „Herferd“. Doch als sie wieder in die Ferne auszogen hörten sie von dem großen Übel im Osten, und das dass Mittelreich eine jede Klinge brauchen konnte. Und so liehen sie ihre Äxte dem Reich und fochten in einigen Scharmützeln wider die Schwarzen Lande bis sich schließlich der endlose Heerwurm und die Fliegende Festung erhoben um Gareth dem Erdboden gleich zu machen.
In Wehrheim wurden die Beiden dann mit dem Grauen konfrontiert, so grausam, lebensvernichtend und der Zwölfgötterordnung spottend wie sie es noch nie zuvor in einem ihrer Kämpfe erlebt hatten.
In dieser Schlacht, diesem Schlachten, verlor Raidri das erste Mal in seinem Leben seinen Zwillingsbruder aus den Augen. Wie durch ein göttliches Wunder überlebte er schwer verletzt, stand zum zweiten Mal in seinem Leben vor Borons Hallen.
Während seiner Bewusstlosigkeit, die ihn schon recht früh in der Schlacht ereilte, hatte er schreckliche Alpträume und Visionen. Nicht nur das Grauen was er bereits gesehen hatte, wühlte ihn auf, sondern auch ein Traum, in dem er seinen Bruder in den Reihen der Untoten sah, verwandelt in eins der Skelette wie sie zu hunderten, tausenden im Endlosen Heerwurm marschierten.
Und als er wieder erwachte, auf dem linken Auge blind, ohne seinen Bruder und mit fürchterlichen Alpträumen, da machte er sich auf die Suche nach ihm, doch niemand konnte sich an den hünenhaften, muskulösen und ab und an stotternden Söldner mit der leisen Stimme erinnern.
Nach einiger Zeit nahm Raidri hin, dass sein über alles geliebter Zwillingsbruder tot ist und dessen Leichnam vielleicht niemals wird seine Ruhe finden können solange der Endlose Heerwurm existiert. Und da erinnerte er sich schließlich an die Kämpfer, welche sich dem Kampf wider das Untote verschrieben haben, welche seinen Erinnerungen an die schreckliche Kindheit und das Grauen der Schwarzen Lande vielleicht zu löschen vermochten und ihm so innere Ruhe und einen Lebenssinn geben konnten: die Ritter vom Orden Des Heiligen Golgari…
Aussehen
Raidri ist anzusehen, dass er nicht nur mittelländisches Blut in sich trägt: Er ist von außergewöhnlicher Größe, denn nicht nur seine Mutter war mit 1 Schritt und mehr als 9 Spann größer als die meisten mittelländischen Männer, sondern auch der Vater war gut an die 2 Schritt groß, so dass es nicht wundert das er weit über zwei Schritt groß ist. Geerbt hat er vom Vater die tiefschwarzen Haare, von der Mutter die strahlenden blauen Augen, wovon er das Linke bei der Schlacht um Wehrheim verlor. Seine Nase ist aufgrund mehrerer nicht gut verheilter Brüche nicht mehr allzu gerade, doch wie durch ein Wunder hat er noch alle seine Zähne. Den schon gut einen Spann langen, gepflochtenen Bart, der sein Kinn ziert pflegt der sonst nicht Eitle mit großer Hingabe.
Sein gesamter Körper ist durch die vielen Jahre des Kampfes und Krieges gestählt und an zahlreichen Stellen, insbesondere der Brust, mit zahlreichen Narben versehrt.
Gemüt
Er hat durch harte Lektionen in den jungen Jahren seines Lebens gelernt sich unterzuordnen und seine Wut, die in ihm schlummert und ein Erbe seiner Mutter ist, zu unterdrücken; dennoch neigt er in Extremsituationen zu blindem Jähzorn und Unbeherrschtheit, was bisher allerdings erst zweimal der Fall gewesen ist. Durch das erlebte Grauen und die schlimmen Erfahrungen in seiner Kindheit ist er ein schweigsamer Mensch geworden, niemand der unnötig viele Worte über eine Sache verliert oder gerne diskutiert, denn in den zahlreichen Kämpfen an der Grenze zu den Schwarzen Landen lernte er, dass zuviel Geschwätz Golgari herbeiruft.
Er ist eine Menschen gegenüber grundsätzlich misstrauische Person, doch wer sich einmal als Freund ihm gegenüber bewies, der kann auf seine Freundschaft und Treue bauen, denn er weiß wie es ist, verraten und betrogen zu werden.
Durch seine Herkunft und Erziehung in jungen Jahren ist er ein tiefgläubiger Mensch geworden; er verehrt als Adliger Praios, auch wenn seine Zeit bei den Thorwalern und den Söldnern diesen Glauben deutlich geschwächt haben. Als Kämpfer betet er zu Rondra und auf Grund der persönlichen Erfahrungen zu Boron, weiß es doch das einzig dieser in Lage ist ihm innere Ruhe auf Dere als auch in der 4. Sphäre geben zu können.
Mit Efferd versucht er als lange bei den Thorwalern Lebender ebenfalls auf gutem Fuß zu stehen, und mit Firun ebenso. Den restlichen Göttern bringt er als Gläubiger selbstverständlich ebenfalls den nötigen Respekt entgegen, nur an Travia zweifelt er in seinem Inneren, denn niemals war es ihm vergönnt gewesen in einer intakten Familie zu leben und das heimische Feuer bedeutet für ihn nicht viel.
Der Magie steht er ein misstrauisch gegenüber, er hat in seinen Kämpfen gegen die Schwarzen Lande zu oft gesehen wie sie missbraucht wurde.
Er kennt gegen keine Vorurteile, es sei denn es handelt sich um Orks, gegen die er schon öfter gekämpft hat, oder Al`Anfaner; Für beide Vorurteile ist seine Lange Zeit bei den Thorwalern verantwortlich, wo er genug Schlechtes über sie hörte.
Seine Motivation zum Beitritt bei den Golgariten liegt darin begründet, die grauenhaften Dinge die er gesehen und am eigenen Leib erfahren hat, zu vergessen, denn darin sieht er einen Grund für seine Alpträume, als auch damit fertig zu werden das sein über alles geliebter Zwillingsbruder im Endlosen Heerwurm marschieren könnte.
Text:
Björn Schütz
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